Höchstadt jubelt, Freising hadert

Knapp 29 Spielminuten mussten am Freitagabend die Zuschauer im Höchstadter Eisstadion auf das erste Tor warten. Doch das lohnte sich. Am Ende sahen sie acht Tore – alle für den heimischen HEC, während die mit den Schiedsrichtern hadernden Gäste vom SC Eintracht Freising in die Röhre schauten.

Erinnerungen an Sonntag

Die Definition eines Déjà-vu: Das Gefühl, eine Situation genau so schon einmal erlebt zu haben. Eben das hatten die Zuschauer am Kieferndorfer Weg in den ersten 20 Spielminuten. Wie am vergangenen Sonntag machten die Alligators das Spiel, berannten mutig, aber etwas ungenau das gegnerische Tor und fanden im Schlussmann des Gegners immer wieder ihren Meister. Viele schwere Aufgaben musste Sportkamerad Bertet allerdings vorerst nicht lösen, denn die härtesten Schüsse verfehlten den Kasten.

“Gottseidank läuft es nur fast so wie am Sonntag”, lachte Vereinsgründer Axel Rogner kurz vor der Pause. Schließlich gelang es Freising nicht wie Waldkirchen bei punktuellen Angriffen für zwei Tore im ersten Drittel zu sorgen. Der Grund: Wenn Schlussmann Feeser gefordert war, ließ er nichts anbrennen. Die größte Chance im ersten Drittel vergab in der letzten Minute der wieder zurückgekehrte Hausauer, als er allein vor Bertet nur mittig abschloss. So gingen die Teams torlos in die Kabine.

Der zweite Abschnitt begann mit einem “Ping” an Feesers Außenpfosten – nach diesem Schreck spielte nur noch der HEC, setzte Freising im Abwehrdrittel fest. Der Raum wurde immer enger, Bertet immer besser und Michalek als Vollstrecker immer mehr vermisst. Rigorose Schiedsrichter und abnehmende Disziplin bei den Gästen ermöglichten es den Jun-Schützlingen letztlich, auf die Siegerstraße einzubiegen. Die Chance mit zwei Mann mehr angreifen zu dürfen, ließen sich die Alligators nicht entgehen. Im dritten Versuch klappte schließlich der Spielzug, mit einem Querpass von der blauen Linie den freien Mann am langen Pfosten zu bedienen, und Weiß ließ die Fans in der 29. Min. jubeln. Mit einem verdeckten, halbhohen Schlenzer erhöhte Sikorski kurz darauf auf 2:0, und als Bado haargenau zum 3:0 in den Torwinkel traf, hatte Bertet endgültig seinen Zauber verloren – genauso wie seine Nerven.

Freisinger protestieren

Nach diversen, nicht immer logischen Strafen verließen die Freisinger geschlossen das Eis, kehrten ein paar Minuten später bockig zurück und kassierten für ihren Protest regelkonform die nächsten zwei Minuten. Die Aktion änderte nichts mehr. Im Gegenteil: Hiendlmeyer überwand Bertet im Powerplay und schickte den aufgelösten Goalie damit vom Eis (36.). Das Mitteldrittel krönte Tratz 22 Sekunden vor Ende mit dem 5:0 – bezeichnender Weise in Überzahl.

Im letzten Drittel passierte nichts mehr Entscheidendes. Spielertrainer Jun erwies sich einmal mehr als knallharter Schütze. Er traf direkt (44.) und abgefälscht durch Eyrich (55.). Und auch Grau schlug noch zu zum 8:0-Endstand (56.).

Statistik

Höchstadter EC – SE Freising 8:0

(0:0, 5:0, 3:0)

Höchstadter EC: Tor: Feeser; Verteidigung: Sikorski/Kaczmarek, Eyrich/Weiß, D. Goblirsch/Lechler; Angriff: Bado/Jun/Lenk, Tratz/Hausauer/Hiendlmeyer, S. Goblirsch/Grau/Dietrich

SE Freising: Tor: Bertet (36. Königseder); Verteidigung: Hanke/Wagner, Hillebrand/Hofmann; Angriff: Mooseder/Bannov/Völkel, Rentsch/Jelinek/Kammermeier, Tanzer/Mühl/Jansa, Haug, Scheinkönig

SR: Braun, Guck

Zuschauer: 450

 

Tore: 1:0 Weiß (29., Zuspiel von Hiendlmeyer, Jun, 5:3-Situation), 2:0 Sikorski (30., Tratz, 5:4-Situation), 3:0 Bado (32.), 4:0 Hiendlmeyer (36., Weiß, 5:3-Situation), 5:0 Tratz (40., 5:4-Situation), 6:0 Jun (44., Sikorski, Hiendlmeyer), 7:0 Eyrich (55., Weiß, Jun, 5:4.Sit.), 8:0 Grau (56., Hausauer)

Strafzeiten: HEC 6 + 10 (Lenk) / SEF 24 + 2 x 10

Text: FT, Bilder: HH